Europalette Maße, Gewicht und Traglast: Alle Normen auf einen Blick
Europalette Maße 1200 × 800 × 144 mm, Gewicht 20–25 kg, Traglast 1.500 kg dynamisch und 5.500 kg statisch — plus EN 13698-1, UIC 435-2 und IPPC.

Eine tauschfähige Europalette misst 1.200 × 800 × 144 mm (Länge × Breite × Höhe), wiegt in der Regel 20–25 kg und trägt 1.500 kg Nutzlast im Transport sowie 5.500 kg als unterste Palette im ruhenden Stapel. Diese Werte gelten für die genormte EPAL-Palette nach EN 13698-1 und UIC-Merkblatt 435-2. Wer im Wareneingang, im Hochregal oder bei der Frachtberechnung plant, braucht genau diese Zahlen — nicht ungefähre Schätzungen.
Dieser Überblick fasst die verbindlichen Maße, das Eigengewicht, die Traglasten und die Pflichtkennzeichnungen zusammen und grenzt die Europalette von Industrie- und Halbpaletten ab.
Europalette Maße im Überblick
Die Europalette ist eine Vierwegepalette: Stapler und Hubwagen können sie von allen vier Seiten unterfahren. Der Aufbau ist festgelegt: 11 Bretter, 9 Klötze, in der Regel 78 Nägel.
| Merkmal | Maß |
|---|---|
| Länge | 1.200 mm |
| Breite | 800 mm |
| Höhe | 144 mm |
| Grundfläche | 0,96 m² |
| Eigengewicht | 20–25 kg (typisch ca. 22–25 kg) |
| Nutzlast (dynamisch) | 1.500 kg |
| Statische Stapellast | 5.500 kg |
| Einfahröffnungen | 4-seitig |
Die Höhe von 144 mm ist kein Detail für Techniker. Sie entscheidet, ob die Palette in Fördertechnik, Shuttle-Lager und Hochregal passt. Weicht eine Palette durch aufquellendes Holz, verbogene Klötze oder aufstehende Nägel davon ab, gilt sie oft nicht mehr als MFH-tauglich (maschinengängig, fördertechniktauglich, hochregallagerfähig) — selbst wenn sie optisch noch „ganz“ aussieht.
Welche Norm gilt — EN 13698-1 oder UIC 435-2?
Beide Dokumente beschreiben dieselbe Palette, aus unterschiedlicher Herkunft. Die UIC 435-2 kommt aus dem Bahnwesen und hat den offenen Tauschpool in Europa geprägt. Die EN 13698-1 ist die europäische Produktnorm für die 800-mm-×-1.200-mm-Flachpalette aus Holz. Die European Pallet Association (EPAL) überwacht Herstellung, Reparatur und Tauschfähigkeit.
Für den Alltag im Lager bedeutet das: Eine Palette ist nicht schon deshalb eine Europalette, weil sie 1.200 × 800 mm misst. Tauschfähig im EPAL-Pool ist sie nur mit den vorgeschriebenen Brandzeichen, korrekter Konstruktion und ohne Ausschlusskriterien.
Gewicht: Warum 3 kg Unterschied teuer werden
Neue EPAL-Paletten liegen meist bei etwa 25 kg. Gebrauchtes Material kann durch Trocknung, Absplitterung oder fehlende Teile leichter sein — das ist kein Qualitätsplus, sondern oft ein Warnsignal. Für die Praxis zählen drei Konsequenzen:
Fracht und Achslast. Bei 33 Paletten auf einem Trailer machen 3 kg Differenz rund 100 kg aus. Das klingt wenig, verschiebt aber Nutzlastreserven, wenn die Ware selbst schon nah an der Grenze liegt.
Handhabung. Eine volle Palette mit 1.500 kg plus 25 kg Eigengewicht verlangt andere Geräte und andere Sorgfalt als eine leere. Im manuellen Umgang an der Rampe ist das Eigengewicht der Grund, warum leere Paletten trotzdem nicht „nebenbei“ gestapelt werden sollten.
Bestandsbewertung. Wer Paletten nur zählt und nicht wiegt oder klassifiziert, unterschätzt den Wertunterschied zwischen einer maßhaltigen Klasse-A-Palette und einer verzogenen C-Palette. Den Überblick über die Klassen finden Sie im Artikel zu den Europaletten Qualitätsklassen.
Traglast: dynamisch, statisch, Punktlast
Die oft zitierte „1,5-Tonnen-Palette“ beschreibt die Nutzlast im Transport: gleichmäßig verteilte Ladung, intakte Palette, fachgerechte Sicherung. Die statische Stapellast von 5.500 kg gilt für die unterste Palette im ruhenden Stapel — also im Blocklager, nicht auf der holprigen Rampe.
Drei Regeln, die in der Praxis am häufigsten verletzt werden:
- Punktlasten halbieren die Sicherheit. Fässer, Maschinenfüße oder ungleichmäßig gestapelte Kartons belasten einzelne Bretter. Die Nennlast setzt eine verteilte Last voraus.
- Nässe und Vorschäden gelten nicht. Gebrochene Deckbretter, fehlende Klötze oder aufstehende Nägel setzen die Traglast außer Kraft. Wann Reparatur noch lohnt, steht im Vergleich Europalette reparieren oder tauschen.
- Hochregal braucht Maßhaltigkeit, nicht nur Tragkraft. Eine Palette kann 1.500 kg tragen und trotzdem im Automatiklager klemmen, wenn Klötze schief sind.
Pflichtkennzeichnungen: EPAL, EUR und IPPC
An den Klötzen sitzen die Brandzeichen EPAL und EUR. Sie sind der Nachweis, dass die Palette lizenziert hergestellt oder repariert wurde. Fehlen sie oder sind sie unleserlich, gehört die Palette nicht in den Tausch — unabhängig von den Maßen.
Für den internationalen Versand kommt der IPPC-Stempel nach ISPM 15 hinzu. Er dokumentiert die Hitzebehandlung des Holzes gegen Schädlinge (Kennzeichnung HT). Ohne gültigen IPPC-Stempel bleibt die Palette in vielen Drittländern am Zoll stehen.
Europalette, Industriepalette, Halbpalette
Nicht jede Holzpalette mit 1,20 m Kantenlänge ist eine Europalette.
| Typ | Maße | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Europalette (EPAL) | 1.200 × 800 × 144 mm | Offener Tausch, DACH/CEE, Standardrampe |
| Industriepalette | 1.200 × 1.000 mm | Chemie, Getränke, manches Industrie-ERP |
| Halbpalette / Düsseldorf | 800 × 600 mm | Handel, Display, Teilladungen |
Wer Industriepaletten und Europaletten im selben Wareneingang mischt, ohne sie zu trennen, erzeugt falsche Konten, falsche Stellplatzplanung und Streit beim Tausch. Die Maße sind der erste Filter — danach folgen Qualität und Dokumentation.
Was der Wareneingang in 30 Sekunden prüfen sollte
Eine schnelle Sichtprüfung reicht, um die teuersten Abweichungen zu finden:
- Stimmen die Außenmaße grob — keine stark verzogenen Klötze, keine aufstehenden Bretter?
- Sind EPAL-/EUR-Zeichen und IPPC-Stempel lesbar?
- Trägt die Palette die vereinbarte Qualitätsklasse?
- Gibt es Brüche, fehlende Klötze oder Nägel, die die Traglast gefährden?
Wer das nicht nur sieht, sondern festhält, kann Differenzen später belegen. Wie das rechtssicher geht, beschreibt die Schadensdokumentation im Wareneingang.
Fazit
Die Europalette ist ein genormtes Arbeitsmittel, kein ungefähres Holzgestell. 1.200 × 800 × 144 mm, 20–25 kg, 1.500 kg dynamisch, 5.500 kg statisch — plus EPAL-Zeichen und IPPC-Stempel — sind die Basis für Tausch, Hochregal und Fracht. Wer diese Werte im Wareneingang kennt und Abweichungen dokumentiert, verhindert Folgeschäden in Fördertechnik, Palettenkonto und Reklamation.
Häufige Fragen
Wie groß ist eine Europalette in Zentimetern? 120 × 80 × 14,4 cm. In der Logistik sind Millimeter üblich, weil 4 mm Höhenabweichung im Hochregal bereits relevant sind.
Wie schwer ist eine leere Europalette? Typisch 20 bis 25 Kilogramm. Neue EPAL-Paletten liegen meist nahe 25 kg; leichtere Exemplare sind oft stärker abgenutzt.
Wie viel Gewicht darf auf eine Europalette? 1.500 kg Nutzlast bei gleichmäßig verteilter Ladung. Im ruhenden Stapel trägt die unterste Palette bis 5.500 kg, sofern sie unbeschädigt ist.
Ist jede 1200×800-Palette eine EPAL-Palette? Nein. Nur Paletten mit korrekter Konstruktion und gültigen Brandzeichen sind tauschfähig. Maßkopien ohne Lizenz gehören nicht in den offenen Pool.
Was bedeutet MFH bei Europaletten? Maschinengängig, fördertechniktauglich, hochregallagerfähig. Dafür müssen Maße, Klötze und Oberfläche in der Toleranz liegen — nicht nur die Nennlast.
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